Neubau L602 Rußheim-Huttenheim

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Die Ortsumfahrung Rußheim

Die immer wieder ins Spiel gebrachte Ortsumfahrung Rußheim ist bisher eine rein Dettenheimer Angelegenheit. Es gibt Vorschläge für Trassenvarianten und eine Kostenschätzung, die bei ca. 6 Mio. EURO liegt. Zentraler Knackpunkt ist (neben der Finanzierung) die Frage, wie der Durchgangsverkehr auf eine solche Trasse reagieren würde und wohin er abfließt, wenn er auf die Kreisstraße zwischen Rußheim und Graben trifft. Es gibt genau zwei Möglichkeiten: entweder nach Graben oder nach Liedolsheim.

Folglich müsste man vor jedem weiteren Schritt mit Graben reden und sich um Liedolsheim Gedanken machen. Ersteres wäre insbesondere deshalb notwendig, weil der beteiligte Verkehrsplaner als einzig sinnvollen Ausweg aus dem Dilemma eine Südumfahrung von Graben ins Spiel gebracht hat.

So sehen wir die Situation. Leider gibt es Verfechter der These: „wir planen in unserem Bereich, die anderen (Graben) werden dann schon (in unserem Sinne?) reagieren müssen“. So wird Straßenplanung nicht funktionieren, selbst wenn man die Trasse sehr nah an den Ortsrand rücken und auf Gemeindekosten bauen würde. Spätestens bei der Frage  nach Finanzzuschüssen (ohne die es nach unserem Ermessung überhaupt nicht geht), muss man mit den Nachbargemeinden und dem Land als Straßenträger ins Gespräch kommen. Warum also den Gaul dann erst einmal von hinten aufzäumen? Vielleicht weil sich der Umgehungstraum dann als sehr ferne Zukunftsvision erweist?

Ohne Umfahrung Graben keine Umfahrung Rußheim!

Die derzeitige Situation

Die Gemeinde wartet auf die endgültige Trassenplanung und den erforderlichen Grunderwerb durch die Staßenbaubehörde. Nach den vorliegenden Verkehrsgutachten ist auch nach Inbetriebnahme der über 1km kürzeren Trasse keine wesentliche Zunahme des Durchgangsverkehrs zu erwarten. Wer schon einmal die Ostumfahrung von Graben-Neudorf in ihrer gesamten Länge genossen hat, mag darüber seine Zweifel haben. Es ist allerdings anzumerken, dass Dettenheim einen sehr hohen Eigenanteil an den Verkehrsströmen hat, was die Zahlen für den Durchgangsverkehr relativiert.

Wir sind der Meinung, dass man sich dringend Gedanken machen muss, wie man den Verkehr durch unsere Ortschaften für alle Anlieger erträglich gestalten kann. Dabei haben wir nur begrenzte Möglichkeiten, da es sich um eine Landstraße handelt. Eine dieser Möglichkeiten zur Verkehrsbremsung wäre es, die Bushaltestellen auf die Straße zu verlegen. Dies ist heute Standard und in Rußheim sowie in der Friedrichstraße in Liedolsheim realisiert. Um dies auch in der Haupt- und Hochstetter Straße zu umzusetzen fehlen die notwendigen Mehrheiten im Gemeinderat.

Die Vorgeschichte

Die Favorisierung der Neubauvariante der L602 mit direkter Anbindung an die Brücke über die B35 westlich von Huttenheim wurde 2000 im Gemeinderat gegen die Stimmen der Freien Wähler beschlossen. Wir haben damals für die Ausbauvariante (Entschärfung der Kurven, Neubau der Brücken, ansonsten im wesentlichen alter Trassenverlauf) plädiert, da wir durch die Neubauvariante eine deutliche Zunahme des Durchgangsverkehrs befürchten. Die Ausbauvariante wäre vermutlich schon vor einem Jahrzehnt realisiert worden. Die Neubauvariante erforderte weit umfangreichere Vorbereitungen des Planfeststellungsverfahrens, das sich dann über lange Jahre bis 2010 hinweg zog. Letzter Diskussionspunkt des Planfeststellungsverfahrens war die Führung der Busline durch die Straße „Am Hag“, die der KVV in das Verfahren eingebracht hatte.  Die Geminde hat sich daraufhin verpflichtet, einen ortsnahen neuen Buswendeplatz einzurichten, um diese Linienführung zu verhindern und damit Anwohnerklagen gegen das Planfeststellungsverfahren vom Tisch zu bringen.

Das ist gelungen, das Planfeststellungsverfahren ist rechtskräftig und inzwischen ist auch die Finanzierung der Trasse für 2017 in Aussicht gestellt.